Skip to content

UX Design – Was steckt dahinter?

Als UX Designer erntet man oft fragende Blicke, wenn man mit seinem Gegenüber bei dem Thema Berufswahl angekommen ist. Das ist wohl ein eindeutiges Zeichen dafür, dass hier noch etwas Erklärungsbedarf besteht. In diesem Artikel geben wir euch einen kurzen Einblick in den Bereich UX und erklären, wofür dies eigentlich sinnvoll ist.

Ich denke, ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte, dass jeder von euch schon einmal irgendein Produkt bzw. eine Anwendung benutzt hat. Damit meine ich wirklich jegliche Art von Produkten, sei es ein Föhn, eine App oder auch ein Staubsauger.

Genau jetzt im Moment macht ihr das auch beim Lesen dieses Artikels – Ihr benutzt eine Website.

Also, was genau haben ein Produkt und dieses UX denn jetzt miteinander zu tun?

 

Um die Frage nun ein für alle Mal – wenigstens für Euch – zu beantworten. Hier eine kurze Erklärung:

„UX“ steht kurz für User Experience, was wortwörtlich ins Deutsche übersetzt Nutzerfahrung oder -erlebnis bedeutet. Es handelt sich also um alle Erfahrungen, die ein Anwender bei der Nutzung oder Verwendung eines Produkts macht. Oft wird der Begriff im Zusammenhang mit Software und Webanwendungen verwendet.

Er umfasst aber weitaus mehr: genauer gesagt versteht man darunter jegliche Art von Produktinteraktion. Wichtig ist es allerdings, dass der Nutzer und seine Bedürfnisse, Ziele und Erwartungen immer im Zentrum stehen (User Centered Design). Das bedeutet also, dass man den Nutzer frühstmöglich in die Produktentwicklung einbezieht und ihn bis zum Endprodukt berücksichtigt.

Um euch nun nicht mit langweiligen Definitionen zu quälen und das Ganze etwas greifbarer zu machen, nehme ich mir das gelungene Beispiel der UX Designerin Megan Wilson zur Hilfe.

 

Denken wir an eine Banane.  

Bei dieser

  • erkennt man auf den ersten Blick, ob Sie reif ist oder nicht und das nur anhand ihrer Farbe. Du kannst sie also essen, sobald sie gelb ist.
  • Außerdem sind Bananen einfach zu essen, sie hat keine Kerne oder sonstige Bestandteile, die schwer zu entfernen sind.
  • Ihre Schale gibt Ihr die Eigenschaft überall mit hingenommen werden zu können.
  • Und das Wichtigste ist: so gut wie jeder weiß, wie man sie isst.

 

So in etwa sollte gutes UX Design auch funktionieren. Ganz einfach ausgedrückt:

  • … sollte man sofort wissen, was Sache ist, ohne großartig darüber nachdenken zu müssen.
  • … sollte das Produkt möglichst einfach zu verwenden sein und keinen unnötigen Schnickschnack enthalten.
  • … sollte alles eine eindeutige Funktion oder Eigenschaft besitzen. Gehen wir noch einmal auf das Beispiel der Bananenschale ein. Sie ist nicht einfach nur ein Abfallprodukt, sondern  schützt die Banane und gibt ihr die Funktion überall mit hin genommen zu werden.
  • … sollte der User möglichst wenig erlernen müssen, um eine Anwendung bedienen zu können.

 

Die 4 Hauptbestandteile von gutem UX sind:

  • Die Usability – die Bedienbarkeit und die Funktionen einer Anwendung.
  • Die Utility – die Nützlichkeit, also die Tatsache, ob die Bedürfnisse der Zielgruppen befriedigt wurden.
  • Die Ästhetik – weil ohne die dazugehörige Optik das Produkt nur halb so gut wäre.
  • Und  zu guter Letzt… die Accessibility – das Ganze sollte möglichst verständlich – ihr erinnert euch bestimmt noch an die Banane – und zugänglich sein.

 

Welches Potenzial steckt nun hinter gutem UX?

Ihr kennt das vermutlich sogar von euch selbst: Ihr seid auf einer Website und sucht dort nach Informationen. Dort findet ihr aber vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr und verlasst nach einem kurzen, deprimierenden Besuch, die Website wieder.

Und das geht 79% (Quelle: Experience dynamics) der anderen Nutzer genauso wie euch. Die Mehrzahl der Internetuser verlässt eine Website frühzeitig, weil das Angezeigte nicht den Erwartungen entsprach.

Würde man das nun umpolen und dadurch den Nutzer für eine längere Dauer auf seiner Seite behalten, bleibt euch mehr Zeit ihn von eurem Produkt zu überzeugen. Wie man sich denken kann, bedeuten mehr Interessenten mehr potenzielle Käufer. Eine Internetseite funktioniert ähnlich wie ein gemütliches Cafe, je wohler man sich fühlt, desto länger verweilt man dort.

Und das ist durchaus ratsam, denn bereits 81% (Quelle: Experience dynamics) erkundigen sich online, bevor Sie etwas kaufen. Das heißt also, eure Website kann darüber entscheiden, wie stark eure Verkaufsrate steigt.

Ein weiterer Vorteil von UX ist die daraus resultierenden User Research (Nutzerforschung). Diese hilft euch, eure Zielgruppen besser zu verstehen und bietet euch dadurch die Möglichkeit, ein Produkt zu entwickeln, das perfekt auf eure Kunden zugeschnitten wurde. Wodurch wiederum die Wahrscheinlichkeit erhöht wird, dass ein Anwender das Produkt nutzt und dabei Spaß hat.

Ihr solltet wissen:
Wenn euch etwas Spaß bei der Benutzung macht, dann hat der UX Designer einen guten Job gemacht.

Und da es keine bessere Motivation als Spaß gibt, sollte euch das Ganze einen Denkanstoß geben, eure Website ein wenig zu überarbeiten.

Larissa Arpogaus

Larissa Arpogaus, UX-Design bei SELLWERK

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.