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Digitale Nomaden – So kriegt man Arbeit und Reisen unter einen Hut

Durch den digitalen Wandel hat sich einiges in unserem Leben verändert. Einen Alltag ohne Internet, Smartphone und Computer und die damit einhergehende ständige Erreichbarkeit ist nicht mehr vorstellbar. Das spielgelt sich auch in den neuen Berufen wieder, die derzeit entstehen. Hier bietet der technische Fortschritt riesige Möglichkeiten, was die persönliche und auch die berufliche Freiheit angeht. Arbeiten wo und wann man will? Mit dem Laptop auf den Knien und der Sonne im Gesicht? Ja, das geht. Die digitalen Nomaden machen es vor. Dieser Blogbeitrag geht dieser neuen Lebensart auf die Spur.

Digitale Nomaden – was ist das überhaupt?

Digitale Nomaden sind Unternehmer oder auch  Arbeitnehmer, die fast ausschließlich digitale Technologien anwenden, um mit ihrem eigenen Business oder dem Verkauf ihrer Dienstleistungen Geld zu verdienen. Dabei führen sie ein eher ortsunabhängiges Leben.

Es kommt also vor allem auf zwei Dinge an: Ortsunabhängigkeit und das Internet. Dabei muss man gar nicht unbedingt immer auf Reisen sein. Es gibt zum Beispiel auch Winternomaden, die im Sommer über von zuhause aus arbeiten und dann nur im Winter reisen. Wichtig ist nur, dass man arbeiten kann wann und wo man möchte, das „Nomade“ ist dabei kein Muss.

Ein sehr beliebter Job für digitale Nomaden ist das Bloggen. Man reist durch die Welt, schreibt über ein bestimmtes Thema und teilt seine Erfahrungen online. Viele digitale Nomaden schreiben logischerweise über ihre Reisen oder auch einfach darüber, wie es ist, ein digitaler Nomade zu sein. Geld verdienen sie dann beispielsweise über Werbung auf dem eigenen Blog, Provisionslinks, das Erstellen von Artikeln für andere Blogs oder aber durch das Anbieten von Seminaren, Workshops oder E-Books zum Thema. Es sind jedoch auch andere Berufe möglich, wie Webdesigner, Programmierer, Texter, Fotograf, Coach, Social Media Manager oder auch Yoga- oder Tauchlehrer – wichtig ist nur, dass der Job digital funktioniert und man möglichst nur einen Laptop und wenig anderes Equipment für die Arbeit benötigt.

Vorteile – als digitaler Nomade das Leben genießen

  1. Freiheit

Digitale Nomaden sind beinahe komplett ungebunden. Sie können selbst entscheiden wann, wo und wie lange sie arbeiten. Wenn man es richtig anstellt, bleibt dabei viel Zeit, um all die schönen Orte dieser Welt zu erkunden und auch zu genießen.

  1. „Geo-Arbitrage“

Geo-Arbitrage nennt man das Ausnutzen von den weltweit unterschiedlichen Lohnniveaus und Lebenshaltungskosten. Da man als Digitaler Nomade in jedem Land dieser Welt leben und arbeiten kann, entsteht die Möglichkeit, seinen Wohnsitz in einem wirtschaftlich schwächeren Land zu haben, jedoch Aufträge aus Deutschland anzunehmen und somit auch in Euro bezahlt zu werden. So ist es möglich, vergleichsweise wenig zu arbeiten und trotzdem ein gutes Leben zu führen.

  1. Erfahrungen sammeln

Durch die Möglichkeit, viele Länder zu bereisen und fremde Kulturen kennenzulernen, entwickelt man sich selbst weiter. Der Alltag eines digitalen Nomaden kann sich stark von „normalen“ Arbeitnehmern mit Vollzeitjob unterscheiden. Kein Tag muss wie der andere sein. Man hat die Möglichkeit, ständig neue Menschen kennenzulernen und neue Erfahrungen zu sammeln.

Nachteile – mehr Schein als Sein?

  1. Keine Sicherheiten

Mit der Freiheit kommen auch die fehlenden Sicherheiten. Man hat meistens kein festes Einkommen und kann nie sicher sein, wie man im nächsten Monat über die Runden kommt. Hinzu kommt, dass es vor allem am Anfang sehr schwierig ist, an Kunden zu kommen. Digitale Nomaden sind keine Seltenheit mehr und durch die eingeschränkten Berufsmöglichkeiten, ist die Konkurrenz sehr hoch. Hier ist auch zu bedenken, dass man von der Technik und einer funktionierenden Internetleitung abhängig ist. Sollte das mal nicht funktionieren, kann man nichts verdienen.

  1. Fehlende soziale Kontakte

Wenn man ständig herumreist, wird es schwierig, soziale Kontakte zu pflegen. Sicherlich trifft man jeden Tag viele neue Leute und versteht sich mit dem einen oder anderen auch besser, aber richtige Freundschaften können nur schwer entstehen. Auch der persönliche Austausch mit Kollegen fehlt. Man kann zwar über das Internet gut kommunizieren, jedoch ist das nicht dasselbe wie ein kurzer Tratsch mit Kollegen in der Kaffeeküche. Ein schwerwiegender Nachteil ist auch, dass man seine Familie und Freunde von zuhause sehr selten sieht. Je mehr man unterwegs ist, desto schwieriger wird es, zum Geburtstag der Eltern, Geschwister oder besten Freunde da zu sein. Und auch der eigene Geburtstag könnte ein wenig einsam werden.

  1. Bürokratie

Bürokratie ist schon mit einem einzigen festen Wohnsitz und Arbeitsplatz ein schwieriges Thema. Ihr könnt euch vorstellen, wie nervenaufreibend und zeitaufwendig es erst wird, wenn man ohne festen Wohnsitz selbständig arbeitet. In jedem Land gibt es andere Bestimmungen, an die man sich halten muss und Regeln, die eingehalten werden sollten. Man muss sich um jede Versicherung selbst kümmern und auch für die Steuer gibt es unzählbare Regeln, die man als Selbständiger beachten muss. Die Zeit, die man damit beschäftigt ist, kann man natürlich nicht arbeiten und somit auch kein Geld verdienen.

Ihr schreckt trotz dieser Nachteile nicht davor zurück, selbst Digitaler Nomade zu werden? Dann haben wir hier einige Tipps, die euch den Start erleichtern sollen:

  • Habt einen Plan. Einfach drauf los, ist in den meisten Fällen keine gute Idee. Überlegt, wie hoch eure Ausgaben sein werden und wo ihr sparen könnt. Vor allem am Anfang werdet ihr wahrscheinlich mit wenig Geld auskommen müssen. Erstellt außerdem einen Businessplan, in dem ihr festhaltet, welche Dienstleistungen ihr zu welchen Preisen an welche Kunden verkaufen wollt. Plant außerdem einen Puffer ein, der euch über weniger erfolgreiche Perioden hinweg hilft.
  • Baut euch möglichst schon vor der ersten Langzeitreise ein gutes Netzwerk auf. So habt ihr ein kleineres Risiko, keine Kunden zu finden. Dies ist in Facebook-Gruppen, Online-Communities oder auch auf Events und Veranstaltungen gut möglich.
  • Reist mit wenig Gepäck. Das spart Kosten für den einzucheckenden Koffer und man  muss auf weniger Sachen aufpassen.
  • Eine funktionierende technische Infrastruktur und die richtige Arbeitsumgebung sind das A und O. Ein Surfstick oder ein mobiler WLAN-Router sind unverzichtbar, wenn man nicht immer auf freies WLAN angewiesen sein will. Wichtig ist auch, seine Arbeit niemals nur lokal auf dem Laptop abzuspeichern, sondern auf einen virtuellen Server zurückzugreifen.
    Die Arbeit auf dem Liegestuhl direkt am Strand, hat nicht viel mit der Realität zu tun. Als geeigneterer Arbeitsplatz bieten sich Co-Workingspaces an. Hier trefft ihr Gleichgesinnte und könnt konzentrierter arbeiten.
  • Setzt euch bevor es losgeht mit dem Thema Versicherungen auseinander. Eine Auslandskrankenversicherung ist absolutes Muss. Je nachdem wo ihr euch dann aufhaltet und wie lange, kommen weitere Versicherungen hinzu. Informiert euch hierzu gründlich.

Fazit

Das Leben als Digitaler Nomade klingt erst mal verlockend. Leben und arbeiten, wo und wann man will, an den schönsten Orten dieser Welt zuhause sein und ganz nebenbei mit Bloggen Geld verdienen – was gibt es besseres? Ganz so perfekt, wie es die Blogartikel oder die Fotos auf Instagram erscheinen lassen, ist das Leben als Digitaler Nomade jedoch meist nicht. Es fehlt die finanzielle Sicherheit, der Kontakt zu Freunden und Familie und es müssen trotzdem Deadlines eingehalten und Kundenanfragen bearbeitet werden. Vor allem am Anfang kann es teilweise hart und stressig sein, aber wenn man für dieses Leben gemacht ist, wird man schnell die Vorteile erkennen und zu schätzen wissen. Denn eins ist klar: Besser als ein Digitaler Nomade kann man reisen und arbeiten nicht unter einen Hut bekommen!

Stephanie Lanzinger

Stephanie Lanzinger, Online-Marketing bei SELLWERK

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