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Die Sucht nach Arbeit – 6 Tipps, um Workaholismus zu vermeiden

Workaholic – Ein Begriff, der in unserer heutigen Leistungsgesellschaft immer präsenter wird. In Deutschland sind circa 500.000 von der Arbeitssucht betroffen, weitere 14% auf dem besten Weg dorthin. Aber ab wann ist man wirklich gefährdet und wie kann man verhindern, auch in die Suchtfalle zu tappen? Antworten darauf findet ihr in diesem Blogartikel.

 

Unterschätzte Gefahren

Alkohol-,  Drogen- oder Spielsucht werden heute ärztlich behandelt und sind klar als Suchtkrankheit anerkannt. Bei der Arbeitssucht ist das anders; man findet sie in keinem ärztlichen Diagnose-Buch und es gibt auch keinerlei Therapien. Im Gegenteil: Arbeitet man heutzutage mehr als 60 Stunden gilt man als Vorzeigemitarbeiter und wird dafür noch belohnt. Unternehmen sind sogar aktiv auf der Suche nach Workaholics. So wird schon im Bewerbungsgespräch ganz gezielt nach Anzeichen auf Arbeitssucht gesucht. Genau das macht die Krankheit so tückisch, denn mit dieser Art von Sucht ist wirklich nicht zu spaßen. Laut Psychology Today ist Arbeitssucht “ein Leiden, das die Seele zerstört und die Persönlichkeit der Menschen und deren Wertvorstellungen ändert.” Betroffene ziehen ihr Selbstbewusstsein nahezu komplett aus der Arbeitsleistung. Wenn sie diese erhöhen können, steigt auch das Selbstvertrauen. Und wie bei jeder anderen Sucht, müssen sie ihr Pensum ständig erhöhen. Sie sind irgendwann nicht mehr in der Lage, ihren Arbeitsdrang zu stoppen, da es beim Pausieren zu Entzugserscheinungen kommt; der Feierabend wird zur Horrorvorstellung, der so weit wie möglich herausgeschoben wird. Familie, Freunde und auch die eigene Gesundheit werden der Arbeit untergeordnet.

 

Wer ist besonders betroffen?

Workaholismus kann jeden treffen. Egal ob Frau oder Mann, Akademiker oder weniger gebildete. Jedoch ist nicht jeder, der bis spät abends im Büro sitzt, auch gleich arbeitssüchtig. Es kommt darauf an, wie viel Macht die Arbeit über das Leben besitzt. Einige Berufs- oder Menschengruppen sind statistisch besonders anfällig für die Arbeitssucht:

  • Menschen in Führungspositionen oder auch Selbstständige sind häufiger arbeitssüchtig, als Angestellte mit festen Dienstzeiten.
  • Oft sind Workaholics eher hilfsbereit und nachgiebig. Nein zu sagen, fällt ihnen oft schwer, da sie sich für ihre Mitmenschen verantwortlich fühlen. Oft ist auch ein geringes Selbstwertgefühl der Auslöser für die Arbeitssucht.
  • Stark betroffen ist auch die Kreativbranche. Die Menschen sind oft neugierig und intelligent und stürzen sich in die Arbeit, weil Sie Spaß daran haben, etwas zu schaffen.
  • Bei Heilberufen wird es dann gefährlich, wenn Beruf und Berufung zusammenfällt und es keine Grenze mehr gibt zwischen Arbeit und dem dafür empfundenen Vergnügen.
  • Workaholismus ist auch häufig dann ein Thema, wenn es Probleme im Privaten gibt, die schwierig zu lösen sind. Oft fällt es den Betroffenen dann leichter, sich in die Arbeit zu stürzen, als sich mit dem Privatleben zu beschäftigen.

 

Tipps, wie ihr Workaholismus vermeiden könnt:

1| Dinge unternehmen, die nichts mit eurer Arbeit zu tun haben!

Geht aktiv auf die Suche nach Alternativen zur Arbeit. Sei es ein wöchentliches Treffen mit den besten Freunden oder ein Sportverein. Wichtig ist in jedem Fall, genug soziale Kontakte zu haben, damit es nicht zu einer Isolation kommt.

2| Auch mal kürzer treten!

Vielen fällt es schwer, Aufgaben und Verantwortung abzugeben. Wenn ihr aber merkt, dass ihr bereits zu viel arbeitet, tretet kürzer! Nehmt Urlaub oder denkt über reduzierte Arbeitszeiten nach. Alles andere schadet längerfristig eurer Gesundheit!

3| Auch mal an sich denken!

Wenn man immer versucht, es allen Recht zu machen oder sich nur über die Arbeit definiert, vergisst man dabei am Ende sich selbst. Natürlich ist es nett und pflichtbewusst, eine zusätzliche Aufgabe zu übernehmen und auch mal etwas länger im Büro bleiben – aber nur, wenn es nicht zur Normalität wird. Ansonsten befinden ihr euch schneller als ihr denkt in der Workaholismus-Falle.

4| Morgenrituale und bewusste Ruhezeiten!

Morgenrituale können ganz verschieden aussehen und reichen von Frühsport bis zu einer gemütlichen Tasse Kaffee im Bett. Wichtig ist jedoch, dass sie euch zu einem positiven Start in den Tag verhelfen. So könnt ihr den Tag viel entspannter angehen und beginnt nicht sofort nach dem Aufstehen mit der Arbeit. Auch ganz bewusst eingebaute Ruhezeiten im Arbeitsalltag sind wichtig bei der Prävention von Arbeitssucht – und wenn sie nur wenige Minuten lang sind. Hier ist auch zu beachten, die Mittagspause nicht am Schreibtisch, sondern abseits des Arbeitsplatzes zu verbringen. Zieht klare Grenzen zwischen Beruf und Freizeit. Lasst berufliche Mails im Feierabend unbeantwortet und schaltet euer Handy auch mal aus.

5| Private Probleme lösen!

Geht Konflikte und Sorgen lösungsorientiert an, auch wenn es schwer fällt. Wenn es Probleme in der Familie gibt, sollte man diesen nicht aus dem Weg gehen, sondern versuchen, eine Lösung zu finden. Greift aktiv in euer Leben ein!

6| Hilfe annehmen!

Wenn ihr merkt, dass eure Arbeitssucht bereits ungesunde Züge angenommen hat, schämt euch nicht, über das Problem zu sprechen. Erzählt Freunden und Kollegen davon und nehmt deren Hilfe an. Es gibt außerdem AAS-Gruppen, also Selbsthilfegruppen für Anonyme Arbeitssüchtige und Menschen mit Arbeitsproblemen. Auch ein Psychotherapeut kann helfen, die Gründe für die Arbeitssucht herauszufinden und daran zu arbeiten.

 

Fazit

Workaholismus ist längst nicht mehr nur ein Phänomen des gehobenen Managements, wo Arbeitswochen von 60 Stunden und mehr die Regel sind. Der übertriebene berufliche Einsatz bei gleichzeitiger Vernachlässigung von allem Anderen ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen und tritt  in jedem Beruf, in jeder Branche und in jedem Alter auf. Bei Workaholismus handelt es sich jedoch um eine Sucht – und wie jede andere Sucht hat sie erhebliche Folgen für den Süchtigen, die leider noch stark unterschätzt werden.

Man sollte sich immer wieder vor Augen führen, dass es nicht nötig ist, sich zu zerreißen, um wichtig oder interessant zu sein. Erkennt euren wahren, inneren Wert. Stellt euch auch den unangenehmen Aspekten des Lebens und den Problemen und ändert etwas daran! Das Leben ist kurz – und es besteht aus so vielen anderen Dingen neben dem Job. Vergeudet es nicht!

Stephanie Lanzinger

Stephanie Lanzinger, Online-Marketing bei SELLWERK

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