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Crowdfunding – so klappt’s mit der richtigen Finanzierung [Interview]

SELLWERK im Interview mit Daniel Mieves, Head of Marketing vom Start-up German Autolabs

Wer sich mit einem eigenen Unternehmen selbständig machen möchte, benötigt nicht nur eine gute Geschäftsidee. Bis aus dem Geistesblitz ein fertiges Produkt wird, sind etliche Hürden zu überwinden, allen voran die Finanzierung des Projekts. Früher waren Gründer dabei vor allem auf Banken angewiesen, doch inzwischen gibt es Crowdfunding („Schwarmfinanzierung“) als Alternative: Man stellt seine Geschäftsidee im Internet vor, wirbt bei den Nutzern um Beteiligung und finanziert mit ihren kleineren, aber zahlreichen Beiträgen die Gesamtsumme.

Diesen Weg geht auch das Berliner Start-up German Autolabs, an dem das Medienunternehmen Müller Medien (zu dem auch SELLWERK gehört) Anteile hält, mit seinem Produkt „Chris“, einem speziell für Autofahrer entwickelter Assistent. Chris ist ein smartes Design-Gerät, das über eine intelligente Spracherkennung sowie Gestensteuerung den Zugriff aufs Smartphone auch während der Fahrt einfach und bequem ermöglicht.

Im SELLWERK-Interview spricht der Head of Marketing Daniel Mieves exklusiv über Chris, der Kickstarter Kampagne und gibt wertvolle Tipps für alle, die ebenfalls über eine „Schwarmfinanzierung“ ihrer Idee nachdenken.

Daniel Mieves

Daniel Mieves, Head of Marketing von German Autolabs

Weshalb haben Sie sich dafür entschieden, chris über Crowdfunding zu finanzieren und nicht mit Hilfe von Banken oder Investoren?

Wir haben tatsächlich im November letzten Jahres eine erfolgreiche Seedfinanzierung abgeschlossen, daher besteht unsere Finanzierung nicht ausschließlich aus unserer Kickstarter-Kampagne. Die Präsentation auf Kickstarter gibt uns aber die Möglichkeit, frühzeitig und sehr direkt mit technisch versierten Endverbrauchern in Kontakt zu treten und wertvolles Feedback zum Feintuning des Produktes einzuholen.

Es ist noch kein Crowdfunding-Meister vom Himmel gefallen – wie haben Sie sich im Vorfeld über die Dos & Don´ts informiert?

Wir haben uns im Vorfeld mit den Köpfen hinter sehr erfolgreichen Kickstarter-Kampagnen getroffen, die im Berliner Start-up-Netzwerk reichlich vorhanden sind und sehr gerne ihre Erfahrungen geteilt haben. Zudem haben wir die besten Kampagnen der letzten zwei Jahre tiefgreifend ausgewertet – und glauben das Rezept für eine gelungene Kampagne gefunden zu haben.

Eine tolle Idee, eine Website, ein Video: reicht das aus für erfolgreiches Crowdfunding?

Nein, das reicht schon lange nicht mehr. Der Kern ist immer die Idee, aber die muss dann optisch und inhaltlich perfekt aufbereitet werden – und ohne eine gelungene Lead-Generation-Kampagne und begleitende, organische Inhalte geht gar nichts mehr. Wer ist das Team, wo steht das Projekt, was sind die nächsten Schritte und Herausforderungen. All das muss über die verschiedenen digitalen Kanäle kommuniziert werden, damit die einmal generierten Leads bei der Stange bleiben und letztlich in Unterstützer konvertieren.

Welchen Stellenwert hat die Kommunikationsstrategie für den Erfolg eines Crowdfunding-Projekts?

Eine ganz erhebliche. Bunte Bilder mit großem Call-to-Action reichen nicht, es geht immer auch um die Geschichten hinter dem Projekt. Und das muss nach der eigentlichen Kampagne, die ja irgendwann endet, weitergehen – die Unterstützer wollen bis zum Versand des fertigen Produktes sinnvolle, regelmäßige Informationen bekommen.

Auch beim Crowdfunding legen Investoren Wert auf einen Mehrwert als Gegenleistung für ihre Finanzhilfe. Ist ein Vorkaufsrecht oder Rabatt ausreichend, um sie anzulocken? Was bieten Sie Ihren Crowd-Investoren?

Den meisten Backern, wie Crowd-Investoren auf Kickstarter genannt werden, geht es nicht unmittelbar um finanzielle Anreize. Im Vordergrund steht die Identifikation mit dem Projekt – als Backer kann ich direkt mit den Projektinhabern kommunizieren, Fragen stellen und Antworten bekommen. Als Update, als Live-Stream, als E-Mail…

Für welchen Tipp zum Thema Crowdfunding wären Sie im Nachhinein dankbar gewesen?

Den besten Tipp haben wir gerade erst bekommen. Vor dem Start – das ist bei uns der 28. März – nochmal ausschlafen. Dabei sind wir seit Wochen damit beschäftigt, die Kampagne und die Kommunikationsstrategie zu perfektionieren, für Schlaf ist da eigentlich keine Zeit mehr…

Die Crowdfunding-Kampagne für Chris ist seit Dienstag, 28. März 2016, live. Interessiert? Hier klicken!

Birgit Winter

Birgit Winter, Leitung Unternehmenskommunikation bei SELLWERK

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